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Lange Latten und dicke Bälle

Aufmerksame Leser unseres investigativen Qualitätsjournalismus hier im Blog wissen, dass wir vor geraumer Zeit ganz Siegen und Umland nach Latten abgegrast haben, und zwar solchen, die mit all ihren biegsamen Freunden im Lattenrost feilgeboten werden. Dazu hatten wir hier einen Aufruf gestartet, und – ihr ahnt es nicht! – uns wurden mehr Latten um die Ohren geschlagen als zwanzigjährigen Girls bei Tinder!
Anfang Juli präsentierten wir in Kooperation mit unseren Freunden vom HaSi dann auf dem Vorplatz des Apollo Theaters, was wir mit diesen vielen Latten so vorhaben. Zur Enttäuschung einiger weitgereister Schaulustiger war das alles aber jugendfrei. Gebaut wurde nämlich ein Mond für unser „Ein Sommernachtstraum“-Bühnenbild. Und bevor ich jetzt anfange, euch zu erklären, wie das gemacht wurde, mich dabei blamiere, weil ich ja selbst in meinem langen Leben noch nie einen Hammer in der Hand hatte, zeige ich euch einfach das Video, das die gezuckerten Süßmäuse von der Filmwerkstatt im Rahmen des Aufbaus gedreht haben!


Kamera: Christopher Weingart uuund our very own Valentin Rocke
Schnitt: Katharina Schmidt


11.06.2018 by Pierre Stoltenfeldt

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Ich seh den Sternenhimmel, oho

Hach ja, jede neue Produktion bietet ja immer wieder so viel Spannung, dass wir uns gar nicht einigen können, was dabei am aufregendsten ist. Sicher ist aber, dass die Fotoshootings für jedes Stück mit Freude von uns erwartet werden (und vielleicht mit etwas Angst für die, die schonmal dabei waren). Wir hatten ja wirklich schon die absurdesten und abenteuerlichsten Ideen und bei dem Gedanken an manch zurückliegendes Shooting ist es durchaus verständlich, wenn dem ein oder anderen vorher die Knie schlottern.

Aber wir sind ja nicht so. Wir können auch nett. Wir sind ja schließlich auch keine Unmenschen. Also haben wir uns beim Shooting für „Ein Sommernachtstraum“ für etwas ganz Harmloses, dafür aber umso Wirkungsvolleres entschieden. Wir konnten ja schließlich nicht die ganze Horde von insgesamt 17 Darstellern für immer verschrecken. Die Idee kam also auf einen Nachthimmel auf den Bildern zu erzeugen (Sommernachtstraum, ne?). Da es aber durchaus zu langweilig gewesen wäre, all die süßen Mäuse einfach vor entsprechender Kulisse abzulichten, kam der Vorschlag auf, sie selber zum Nachthimmel zu machen. Was erstmal kompliziert klingt, konnte nach einigem Experimentieren aber doch wunderbar umgesetzt werden, der Erfindung von Schwarzlicht und UV-aktiven Farben sei Dank.

Also wurden alle Darsteller an diesmal zwei Terminen (gar nicht so einfach, so ne Terminabsprache mit gefühlt fünftausend Leuten im Team) ins Brauhaus geordert. Nein, nicht zum Trinken, was denkt ihr denn von uns? Das heißt nur so, gebraut wurde da vermutlich seit Jahre nichts mehr. Wobei ich auch nicht weiß was die Künstler unsere Uni da so genau machen. Aber ich schweife ab. Zurück zum Shooting. Mit einigen helfenden Händen wurde unser Raum hergerichtet, während nebenan die ersten schon geschminkt wurden. Mit Hilfe einer Zahnbürste. Ist nämlich viel einfacher als das Gesicht mit tausend kleinen Punkten zu betupfen. Einfach die Farbe auf die Bürste und paarmal mit dem Finger drüber streichen; fertig. Und dann hieß es auch schon Licht aus, Schwarzlicht an, Shoot.

Natürlich haben wir Fotos gemacht, damit ihr euch das alles ein wenig vorstellen könnt, aber diesmal gibt es sogar noch einen ganz besonderen Leckerbissen für euch: Die Filmwerkstatt hat vorbeigeschaut und uns mit der Kamera über die Schulter geblickt. Wenn ihr unsere Fotos also nachstellen wollt, könnt ihr hier wirklich haargenau sehen wie wir es gemacht haben. Viel Spaß dabei!


03.06.2018 by Alina Schäfer

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Tuuut tuuut


„Tut Tut!“ macht der Probenzug, der sich mit atemberaubender Geschwindigkeit der Premiere vom sommernächtlichen Traum im Apollo (Karten gibt es online zu kaufen) nähert. Nur noch knappe zwei Monate sind’s und deshalb musste nun auch ein ganz eigener Workshop zur Rollenentwicklung nach Tschechow her. Nur für das Ensemble. Da war es dann ganz privat unter sich. Zu siebzehnt (in Zahlen: 17). Richtig zusammengeschweißt hat das alle und das nicht nur wegen der Temperaturen, die sich entwickeln, wenn so ein Sauhaufen über Stunden in einem Raum tanzt, singt, spielt und aufgeregt mit den Armen fuchtelt.  Denn trotz oder gerade wegen gewisser Körperflüssigkeiten kennt man einander, aber vor allem auch die eigene Rolle besser. Das liegt vor allem an der Psychologischen Geste, kurz „PG“, die die Darsteller bei einem Tschechow-Workshop entwickeln. Diese macht es einem einfacher, sich in die Rolle hineinzuversetzen und ihr den eigenen Körper zu überlassen.

Die Darsteller gönnen sich in einer Pause belegte Semmeln und Kartoffelschnitten vom Hühnermann

 

Dass das Ergebnis am Ende nicht so würdevoll ist wie erhofft, ob bei der Rolle oder bei näherer Betrachtung des Mitspielers, scheint hier traditionellen Ursprungs zu sein. Gelegentlich kann es dann passieren, dass man eine komische Sprechweise oder einen Gehfehler entwickelt – daran ist ja auch nichts schlimm. Denn nachdem man sich das Gesicht mit Geschenkband abgeschnürt und mit Fingerfarbe verunstaltet hat – um mal so ganz weit weg vom wirklichen Ich zu kommen – und noch mit etwas Geschrei ein paar Emotionen ausgepackt hat, ist nicht mehr viel Platz für Würde und solchen Larifari. Dann schaut man sich mit anderen Augen an und zwar in den extra von Dave aufgestellten Spiegeln, dank derer man das eigene Elend noch mal genauer betrachten konnte. Von Vorteil ist an einem solchen Punkt natürlich, wenn jeder andere im Raum das gleiche Prozedere durchgestanden hat. Geteiltes Leid ist nun mal ein siebzehntel Leid und darüber lacht man dann schon wieder und verprügelt sich mit Handtüchern. Das hat nichts mehr mit Theater, das hat etwas mit Täterpersönlichkeiten zu tun. Bei tollMut treffen eben ganz viele Charaktere aufeinander und ein wahnwitziges Tohuwabohu entsteht, das man sich in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellt. Auch nicht im Sommer. Bis zu diesem muss ja aber wie gesagt alles fertig und präsentabel sein, deswegen heißt es jetzt nicht träumen, sondern: Proben, Proben und, aha!, Proben.
Schlafen kann man, wenn man tot ist, nicht wahr?


07.05.2018 by Jan Andrea Demetrius Mohr

 

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…and the Oberon goes to…

Entspannt euch, ihr Lungen, die Schnappatmung darf bis Juli in Kur! Nach unzähligen Gedichten, grandiosen Performances, viel Gelächter und feuchten Augen haben wir Siegen castingmäßig restlos abgefrühstückt, Novizen der Schauspielkunst und alte Zirkuspferde von allen Seiten begutachtet. Die grauen Herren des tollMut-Theaters (eigentlich nur Dave, aber im Plural klingt es einfach eindrucksvoller) sind nach einer schlafarmen Nacht endlich zu einer Entscheidung gekommen, die nach vielen Telefonaten und Zusagen nun finale Gültigkeit hat und darum in die Weltöffentlichkeit gespamt werden kann. Kurz und gut: Es gibt nun ein Ensemble für Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“! Yippieyay, Schweinebacke!

Tim Lechthaler wird beim Casting hart rangenommen

Ensemble ist französisch, außerdem Theaterjargon und ein besetzungsanzeigendes Fürwort. Bitte nicht mit dem besitzanzeigenden Fürwort aus der Grundschule verwechseln, liebe Grammatikfreunde, denn wie jedermann weiß besitzen Schauspieler in aller Regel nichts, von Talent einmal abgesehen. Außer in den vereinigten Staaten, wo sie auch Botoxvorräte und plattgetretene Blumen im Vorgarten von nächtlichen Paparazzibesuchen besitzen, aber wir sind ja hier nicht in Los Angeles, sondern immer noch in Siegen.

Vor den Einzelcastings wird der Text gemeinsam gelesen

Zurück zum Thema: Bei unserer sommerlichen Shakespeare-Supersause im Apollo (und danach im Schlosspark) werden folgende Auserwählte die Bühnen bevölkern:

Oberon // Julia Erler
Titania // Rudolf Neubauer
Puck // Pepa Ulrich & Melanie Wagner

Theseus // Tim Lechthaler
Hippolyta // Joschiko Emily Eckstein
Egeus // Markus Determann
Philostrat // Julia Zange

Lysander // Valentin Rocke
Demetrius // Jan A. Mohr
Hermia // Melissa Geißler
Helena // Defne Emiroglu

Handwerker //
Pierre Stoltenfeldt, Nika Zh, Törless Mackensen,
Valerie Linke, Margarita Schmitt

Allen, die vorgesprochen haben, aber keine Rolle ergattern konnten: Ihr wart großartig und habt mit euren Leistungen zu zwei aufführungsreifen Castingabenden beigetragen! Versucht es nächstes Mal wieder, denn „keine Rolle kriegen“ findet man im Thesaurus nicht als Synonym unter „kein guter Schauspieler sein“.

Wir freuen uns, euch neugierigen Leseratten bald an dieser Stelle in gewohnt schonungsloser Manier pikante Insider-Infos und peinliche Fotos von unserem Ensemble präsentieren zu können. Gut, Freude ist ein bisschen übertrieben, denn bei 17 Schauspielern heißt das mal wieder „Tschüss, Privatleben!“ für das Blog-Team. Aber was soll’s – alles für die Kunst!
Los geht’s!


14.04.2018 by Pierre Stoltenfeldtприпухлость десны над зубом

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Casting o’Clock

It’s the most wonderful time of the year! Nein, nicht Weihnachten, ihr Frösche, guckt doch mal in euren Kalender! Die Rede ist natürlich von der tollMut-Casting-Woche! Gestern offerierte das tollMut-Theater die erste Gelegenheit, Frischfleisch nebst gut durchgehangenen Exemplaren dabei zu begutachten, Gedichte zu rezitieren und dabei zu schwitzen wie das Steak (oder, liebe Vegetarier, der Käsetaler, oder, liebe Veganer, der Seitanbratling) in der Pfanne. Eigentlich sollte im Blog ein Live-Ticker über die Geschehnisse entstehen, damit ihr Faulis euch auf dem Sofa fühlen könnt, als wäret ihr mittendrin statt nur dabei, doch sprechen alle Redakteure unseres Blogs selbst vor und hatten viel zu nasse Hände, um die Tasten am Smartphone zu bedienen, ohne einen Wasserschaden zu riskieren.
Was ist also passiert, am Casting-Dienstag? Nun, zuerst einmal gab es viele staunende Augen zu begutachten, weil über 30 Spielwillige zum Vorsprechen erschienen waren. Aus Zeitgründen durfte dann allerdings nur etwa die Hälfte vorsprechen und der Rest muss bis Donnerstag weiter schwitzen und Immodium akut droppen wie Vorschulkinder Smarties. Bevor es für die rund 15 Auserwählten der ersten Runde ans Vorsprechen ging, hielt Dave aber erst einmal eine seiner berühmten Ansprachen, in denen er wenig strukturiert aber mächtig eindrucksvoll seine Vorhaben bezüglich der Inszenierung des „Sommernachtstraums“, die im Juli im Apollo-Theater Premiere feiern wird, zum Besten gab. Bereits hier konnte man das Schauspieltalent der anwesenden Damen und Herren bestaunen, die stets interessiert nickten, wenn Dave bei seinem flammenden Vortrag in ihre Richtung blickte, um dann aber wieder den feuchten Klumpen Papier aus ihrer nassen Handfläche zu pulen und weiter heimlich das, was der verschmierte Kugelschreiber vom Gedicht übrig gelassen hatte, zu studieren.

Es folgte ein kurzes Warm-Up, bei dem zwei Klassiker des Bewegungsspiels aus der tollMut-Mottenkiste gekramt wurden: Nachdem man sich (und, der Enge im frei.Raum geschuldet, auch versehentlich die Nachbarn) kräftig durchgeschüttelt hatte, wurde eine Runde Evolution gespielt, um mit den Lachmuskeln auch die übrige angespannte Muskulatur zu entspannen.
Und dann ging es ans Eingemachte: Freiwillige Pioniere des Einzelvorsprechens waren verblüffend schnell und ohne Druck- oder Drohmittel gefunden (offenbar hatte jemand die Tipps aus dem Blog gelesen) und das eigentliche Casten konnten beginnen. Nachdem das Gedicht einmal – manchmal flüssig, manchmal stockend, sehr oft sehr frei nach dem Original – vorgetragen wurde, verlangte Dave, man solle es wütend, traurig, gleichzeitig wütend und traurig und euphorisch, auf einem Bein stehend, hüpfend oder auf Walisch vortragen. Der Einfallsreichtum des tollMut-Gründers kannte keine Grenzen, fand aber im Improvisationstalent und der Flexibilität der Vortragenden einen würdigen Spielkameraden.

Einzelvorsprechen

Überlebt haben es am Ende alle, und wenn man bei Rauchen der zweihundertsiebenundneunzigsten Nervositäts-Zigarette durch das Schaufenster des frei.Raums in die Gesichter derjenigen blickte, die es schon hinter sich hatten, sah man nichts als Erleichterung und Glück. So soll es sein!
Kurzentschlossene haben übrigens am Donnerstag ab 18 Uhr noch Gelegenheit, ihr Können beim Casting im frei.Raum unter Beweis zu stellen. Da wird dann auch das Stück in der tollMut-Fassung zum ersten Mal gemeinsam gelesen. Erscheinen unbedingt erwünscht!


11.04.2018 by Pierre Stoltenfeldtсковорода с мраморным покрытием как выбрать

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