Wer Wind sät… #6

Unsere Castings sind ja vor allem deshalb immer so spannend, weil man nie genau weiß,  wer sich da so alles vorstellt und wen von den unzähligen, unbekannten Gesichtern man ein paar Wochen später vielleicht schon voll und ganz ins Herz geschlossen hat. So auch geschehen mit einer weiteren Neuerscheinung auf der tollMut Bühne: Für „Haus Herzenstod“ verkörpert sie Ariadne Utterword, einen Hochofen der verzweifelsten und zerstörerischsten Emotionen, gedeckelt von anständigem Benehmen; Vorhang auf für die wunderbare Julie!
Oh, ein französischer Name, wie vornehm,  denkt ihr jetzt? Nein, nein, wir unterbrechen euch direkt hier! Juli-e! Da ist ein „e“ und das ist wichtig, nicht unterschlagen,  sonst setzt’s was. Aber auch nicht zu sehr betonen, sonst fühlt sie sich zu sehr an ihre Mathelehrerin erinnert, die das neun Jahre lang so durchgezogen hat. Tja, ist halt ein wenig ungewöhnlicher, der Name,  und auch im Ensemble haben die letzten Pappnasen es erst vor zwei Tagen so wirklich verstanden (tststs). Also nochmal für alle: Juli-e. Spricht sich wie [Julje]. So. Besser? Und wenn ihr euch immer noch nicht sicher seid, dann fragt sie einfach,  bevor ihr irgendwelche abenteuerlichen Namen erfindet oder sie gar zum Mann macht à la Julian. Alles schon passiert. Verstehe einer diese Leute! Aber ich schweife ab.

Julie Tiepermann

Es gibt ja schließlich noch so viel mehr zu erzählen. Sehr facettenreich ist die Süße, liebt sie einerseits ruhige Beschäftigungen wie zeichnen (momentan am liebsten Reptilien), begeistert sich aber andererseits für so total abgedrehte Sportarten wie Wildwasserkanufahren und Extrem-Schlammboxen; Hauptsache verrückt und am besten noch schmutzig. Sportlich ist sie also wirklich, plant sie doch momentan auch noch eine Radtour von Österreich nach Ungarn, sowie Surfen in Costa Rica. Da ist es ihr Herzenswunsch, außerdem noch Schildkröteneier zu retten. Allerhand Pläne, in der Tat. Natürlich steht mittlerweile auch das Theaterspielen sehr weit oben auf ihrer Prioritätenliste, auch wenn sie Ariadne als ihre erste „richtige“ Rolle bezeichnet. Den schwulen Erzähler-Wolf in einem Märchenmedley zu spielen, war wohl nicht anspruchsvoll genug für sie, um als Erfahrung zu gelten. Aber die sammelt sie ja jetzt als Ariadne zur Genüge. Und nicht nur Theater spielen lernt sie hier, sondern auch so wesentliche Fähigkeiten wie den Umgang mit einer Gerte. Wer weiß,  wann man das nochmal brauchen kann. Das will nämlich gelernt sein, die Hand des Mitspielers auch wirklich beim ersten Schlag zu treffen! Oh ja, es wird spannend bei „Haus Herzenstod“.

Wenn Julie dann aber nicht gerade Sport treibt oder ihre Mitspieler verletzt, kann es vorkommen, dass sie einfach so aus dem Nichts heraus anfängt laut zu lachen. Nicht wundern, sie hat sich dann vermutlich selbst im Kopf einen Witz erzählt, den außer ihr eh niemand lustig fände. Kümmert sie aber nicht, denn sie verwirrt eh gern ihre Mitmenschen und fängt schonmal während der Arbeit einfach laut zu singen an. Wir finden das ziemlich witzig und auch wenn sie bei uns auf der Bühne nicht singen wird (außer sie hat eine spontane Eingebung, man weiß ja nie), freuen wir uns doch unfassbar auf ihre Performance!


14.01.2018 by Alina Schäfer

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