Wer Wind sät… #5

Ladies and Gentlemen, mit außergewöhnlicher Freude möchten wir Ihnen Lars Dettmer vorstellen, „el Señor senior“ des gewaltigen Ensembles. Zugegeben: so alt ist der gar nicht, aber immerhin doppelt so alt wie diejenige, die ihm, der als Magnat Mangan auftreten wird, versprochen ist. Also richtig Clash of the Ages. Oder so. Ob seine kontemplative Natur dem Alter oder etwas anderem geschuldet ist, kann man nicht sagen, aber sicher ist, dass Lars viel über die Dinge nachdenkt. Dass man sich dann über diese Dinge zumeist aufregt, scheint für Lars, the Incredible Hulk, ganz selbstverständlich. Sei es am Morgen, wenn der erste Gedanke sich Facebook widmet und nicht dem heißgeliebten Kaffee. Oder wenn man so einem begegnet, bei dem man denkt: „Der niest aber oft und warum nimmt der dazu die Arme so hoch?“, der sich dann jedoch als leidenschaftlicher Dabber entpuppt. Und einem das nötige Gaffatape fehlt, um ihm in einer provisorischen Zwangsjacke ein paar Stunden zu geben, über die eigenen Fehler im Leben und, an welcher Stelle man falsch abgebogen ist, nachzudenken.

Lars Dettmer

Generell ist unserem Bruce Banner wichtig, den eigenen Weg zu gehen. Damit ist nicht der anderthalbwöchige Weg durch die Vogesen, auf dem man zwischen Dusche und Essen entscheiden muss, gemeint (das Essen hat immer gewonnen). Sondern der zu sein, der er ist. Ehrlichkeit ist hier das passende Stichwort, das da so richtig weit oben auf des Lars‘ Prioritätenliste zu stehen scheint. Kurz hinter Málaga-Eis und einer Playstation VR. Das sind diese mit dem Bildschirm direkt vor den Augen, wovon ja bekannterweise, zu hundert Prozent von den Eltern garantiert, die Augen ruckzuck eckig werden.

Hier wurde nun, hoffentlich nicht allzu stark im Gedächtnis bleibend, das Bild eines ernsten und aufbrausenden Lars gemalt, das so nicht mal zur Hälfte komplett ist. Denn, seien wir mal ehrlich, wie ernst kann schon jemand sein, der von seiner Frau, die er wirklich oft in seinen Gesprächen erwähnt, „Schnumsel“ genannt wird. „Schnumsel“, meine Damen und Herren. Was einem vom, seit 20 Jahren Theater spielenden und Regie führenden, „Schnumsel“ (hihi) in Erinnerung bleibt, ist das viele Lachen. Denn der passionierte (nicht pensioniert, immer noch nicht so alt) Fotograf will gar nicht Energie an die negativen Dinge verschwenden, sondern sich auf die Guten in seinem Leben konzentrieren. Die da wären: Familie, Freunde, Theater. Und Wurstbrot, mit Cervelat, ohne Salat, bittedankeschön.
Am Ende lässt sich Lars gut an dem, was er an seiner Rolle in „Haus Herzenstod“ mag, erfassen: Mangan findet sein Herz.


13.01.2018 by Jan Mohr

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