Wer nichts wagt, der nichts gewinnt
oder Das Zusammenspiel der Künste

Wie das eben so ist, wenn Künstler unter sich sind, kommen dabei die kreativsten Sachen raus. So entstand die Idee, doch einfach die unterschiedlichen Sparten, welche die Kunst aufzuweisen hat, einmal miteinander zu verbinden.
Aber fangen wir von vorne an: Anja Ciupka, ihres Zeichens Kunstdozentin an der hiesigen Universität, kam beim Kartenverkauf für unser letztes Stück (Macbeth) an unseren Stand. Und während wir uns noch über weitere Besucher freuten, hatte sie doch so viel mehr im Sinn. Munter plauderte sie mit Dave (tollMut-Regisseur) und erklärte ihr Anliegen: Sie hatte sich gefragt, ob es wohl möglich sei, eine Theaterprobe zu zeichnen. In welchem Rahmen und wie genau das von statten gehen sollte, wusste sie zwar selbst noch nicht so recht, aber die Idee war geboren.

Es folgte bald ein Treffen, bei dem überlegt wurde, wie man Zeichnen und Schauspiel generell miteinander verbinden könnte, um daraus eventuell auch eine wechselseitige Inspiration zu gewinnen. Nur mit Stift und Papier etwas so Dynamisches wie das Theaterspielen einzufangen, ist schließlich eine durchaus ungewöhnliche Herausforderung.
Aber warum sollten sich die beiden Kunstformen nicht gegenseitig inspirieren? Eine Annäherung von darstellender und abbildender Kunst? Eine Probe zu zeichnen bzw. zeichnen zu lassen, schien als erster Schritt in diese Richtung hervorragen geeignet zu sein und das Wagnis wurde beschlossen.

So kam es dann, dass Frau Ciupka, gefolgt von einigen Studierenden ihres Kunstseminars, eine Probe besuchte. Am 15. Dezember, also mitten in der Erarbeitung von „Einsame Menschen“, war die Stunde der Wahrheit gekommen. Auch wenn niemand so genau wusste, was zu erwarten war, ließen sich alle auf das Experiment ein.
Während die Schauspieler ihre Aufwärmübungen machten, die, zugegebenermaßen beim ersten Betrachten sehr amüsant aussehen können, versuchten  die Künstler sich davon nicht beirren zu lassen und fingen an, die Stifte zu schwingen.


(Fotocredit: Bernd Dreseler)


(Fotocredit: Bernd Dreseler)

Auch die Szene, die an diesem Tag erarbeitet wurde, inspirierte die Zeichner. Und siehe da: es war ein voller Erfolg. Diese besondere Zusammenarbeit war für beide Seiten eine interessante Erfahrung und wurde so positiv aufgefasst, dass es in Zukunft sicher noch öfter zu dem ein oder anderen Austausch kommen wird.


(Fotocredit: Bernd Dreseler)


(Fotocredit: Bernd Dreseler)

Wessen Interesse jetzt geweckt ist und gerne die Ergebnisse dieses Tages sehen möchte, für den gibt es wunderbare Nachrichten: Eine Auswahl der Zeichnungen werden im Thekenbereich an unseren Vorstellungsterminen von „Einsame Menschen“ ausgestellt.  So könnt ihr vor und nach der Vorstellung, sowie in der Pause einen Einblicke in den Probenprozess erhaschen und selbst beurteilen, wie gut sich verschiedene Künste vereinen lassen.

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19.01.2017, by Alina Schäfer

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