Ein kleines Theaterwohnzimmer

Puh, wie die Zeit vergeht. Schon wieder einen ganzen Monat ist das her, dass wir beim Rollenentwicklungs-Workshop der Speisung der 5000 Konkurrenz gemacht haben. Nene, ihr bibeltreuen Christen, bei uns gab’s weder Fisch noch Brot (außer vielleicht Baguette beim Buffet), wir haben Theater unter den Armen verteilt! Und unter den Reichen! Wie immer haben wir unsere Teilnehmer hinterher gebeten, irgendjemand möge sich doch bitte erbarmen und einen Erfahrungsbericht für den Blog schreiben, und diesmal – schnallen Sie sich an, meine Damen und Herren – wurden unsere Gebete sogar erhört! Halleluja! Die mit zuckersüßem Liebreiz gesegnete Lea hat ihre Eindrücke vom Workshop in einem kleinen Text festgehalten, den ihr unten nachlesen könnt.
Außerdem haben unsere schweineteuren Rechenmaschinen (vielleicht war’s auch bloß die Taschenrechner-App) euer Workshop-Feedback ausgewertet und wir können mit Fug und Recht sagen: Euch hat’s gefallen, und zwar sehr gut, denn unser Crashkurs zur Rollenentwicklung wurde mit einer sahnigen Durchschnitts-1,0 (in Worten EINS KOMMA NULL) bewertet. Krasselore Elsner! Die Nützlichkeit des Workshops für die eigene Theaterarbeit wurde durchschnittlich mit 90 Prozent benannt, was sich ebenfalls sehen lassen kann, wenn man bedenkt, dass einige der Teilnehmer überhaupt nicht vorhaben, jemals in ihrem Leben eine Bühne zu betreten. Weil der süße Reigen so gut bei euch ankommt, gibt’s denselben Workshop im nächsten Februar gleich noch einmal, Anmeldung ist dann ab Dezember möglich.
Jetzt aber genug geschwafelt, weiter geht’s mit Leas Text:

Letzte Anweisungen vor der großen Abschlusspräsentation

„Du meinst, du bist zu schüchtern, kannst es nicht oder traust dich nicht…? Dann bist du genau richtig beim Anfängerworkshop ‚Methoden der Rollenentwicklung‚. Talent ist dabei zwar eine gute Basis, ist aber erst mal gar nicht so wichtig. Was wirklich zählt ist stattdessen die Fähigkeit, sich einzulassen, neugierig und mutig zu sein (oder werden zu wollen). Am Anfang des Workshops konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich schon am nächsten Tag vor all den anderen auf einer kleinen Bühne stehen und einen Monolog präsentieren würde. Im Laufe des Workshops habe ich aber gemerkt, dass mein Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein (im Sinne von ’sich seiner selbst bewusst sein‘) immer weiter wuchsen. Spielimpulse und das Hineinschlüpfen in verschiedene Rollen gaben mir die Möglichkeit, mich mit Fantasie und Sensibilität in Rollen einzufühlen und gemeinsam in der Gruppe auszuprobieren. Ich konnte neue Erfahrungen mit mir selbst sammeln, wie die eigenen Grenzen und Blockaden zu spüren und einige von diesen auch zu überwinden. Intensive Körperarbeit war dabei ein wichtiger Bestandteil des Workshops und lieferte einen großen Beitrag zum Gelingen. Durch die Übungen lernte ich zum einen, dass Selbst- und Fremdwahrnehmung weiter auseinander liegen als man oft denkt und zum anderen, der eigenen Intuition wie auch meinen natürlichen Impulsen zu vertrauen. Dabei überkamen mich verschiedene Gefühle und Emotionen im Wechselspiel, wie die Freude, die Traurigkeit oder auch die Wut. Ich entdeckte Fähigkeiten wieder, die man häufig als Kind verloren hat bzw. derer man sich selbst oft immer wieder mäßigt, wie beispielsweise die natürliche Fähigkeit, Geschichten zu erzählen oder die ungehemmte Spielfreude, bei der das Herz vor den Kopf rückt. Ich entdeckte, dass jeder Workshopteilnehmer auf seine ganz besondere Weise originell, spontan und kreativ sein kann, wenn man an Dinge wertungsfrei und eben nicht zu kopflastig herangeht. Wir haben an beiden Tagen Warm-Ups gemacht, damit jeder von uns lockerer wird, man sich spielerisch kennenlernt und man Spaß an der Sache hat. Diese hatten den Effekt, dass man Angst und Hemmungen verliert, darüber hinaus kam bei mir das Gefühl eines kleinen Theaterwohnzimmers auf, weil man sich in der Gruppe so wunderbar aufgehoben fühlte. Für mich war es eine ganz besondere Erfahrung, an die ich mich gerne zurück erinnern werde. Sich auf etwas Neues und Unerwartetes einzulassen und dabei zu erkennen, wie viel man schaffen kann, wenn man sich traut, war großartig. Theaterspielen macht Spaß.“

Abschlusspräsentation

Danke, Lea, wir lieben dich auch!

 


23.09.2017 by Pierre Stoltenfeldt und Lea Liane Schreiber

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