Sexy back… stage #2

Cornelia Janßen

Hach, das waren noch unbeschwerte Zeiten, als man als fipsiger Embryo federleicht im Fruchtwasser plantschte. Wenn der kleine Hunger kam, musste man nur kurz an der Nabelschnur ziehen, um prompt ein nahrhaftes Frühstückchen durch die Nährstoffpipeline entgegenzunehmen. Schade, dass es vorbei ist! Obwohl: Unserer Mutter der tollMut-Nation Cornelia „Conny“ Janßen sei Dank dürfen wir uns seit ein paar Monaten endlich alle wieder fühlen wie die liebe Leibesfrucht im Schwangerbauch. Die frischgebackene Regieassistentin taucht nicht bloß mit guter Laune, sondern oft auch mit Kaffee, Kuchen und anderen Imbissen bei der Probe auf, um die abgekämpfte Meute vor dem Hungertod zu bewahren. Sind ja schließlich alles Studenten, und irgendwann ist auch das letzte Glas Pesto leergekratzt und die Fliegen beginnen, um den Wasserbauch zu kreisen. Wer nicht mit Proben an der Reihe ist, und das Buffet darum verpasst, erhält stattdessen allmorgendlich einen Whatsappgruß – ein Bild von einer dampfenden Tasse, darunter ein „Guten Morgen“ in Comic Sans. Herrlich! So viel Einsatz loben wir uns, das honorieren wir mit Liebe, da überspringen wir den Sturm und Drang der Pubertät und halten beharrlich an der Romantik fest!

Backe, backe, Kuchen – Conny hat gerufen!

Unsere liebe Ersatzmama Conny stieß im Rahmen des letzten Rollenentwicklungsworkshops zu uns. Dort dauerte es ein Weilchen, bis sie sich überzeugen ließ, dass auch Menschen jenseits der 35 bei uns mitmachen dürfen (viel älter ist sie ja sowieso nicht), seitdem aber sitzt sie stolz und rosig auf den tollMütigen drauf wie die Henne auf dem Ei.
In der aktuellen Produktion „Haus Herzenstod“ übernimmt die Gute nicht bloß das Catering, sondern auch die Rolle der Regieassistentin, was ein vornehmer Ausdruck für „Mädchen für alles“ ist. Während der Proben soufflierte sie (nötig, da niemand beim ersten Anlauf gleichzeitig eine Rolle rückwärts schlagen, ein Teeservice auf seiner Nasenspitze balancieren und fehlerfrei einen Monolog aufsagen kann, Dave. Niemand. Wirklich niemand) und führte außerdem das Regiebuch. Mit „Regiebuch“ ist die heilige Schrift des tollMut-Theaters gemeint, genauer das Textbuch des Regisseurs, in dem alle Regieanweisungen, Änderungen, Musik- und Lichtstimmungen notiert werden. Ihr könnt es euch sicher denken: Da braucht es eine saubere Schönschrift, um auch Wochen später noch entziffern zu können, ob da nun „Hesione küsst Hector auf die Nase“ oder „Hesione kickt Hector in die Nüsse“ vereinbart wurde. Kaum zu glauben, dass sie es nebenbei noch geschafft hat, 50000 Fotos von jeder einzelnen Probe zu schießen und sich deswegen den Beinamen „Conny Kolumna“ eingehandelt hat.

Kassenschlager: Conny vertickt Karten

Während der Aufführungen engagiert Conny sich außerdem in der Maske und verpasst einigen der Darsteller ein „leichtes Tagesmakeup“, außerdem schleppt sie Stühle (von wegen alt, die Frau hat Bärenkräfte!), richtet Requisiten ein und sorgt mit Lobgesängen und Anekdoten für gute Stimmung, wenn die Nerven blank liegen. Kurz und gut: Conny hat inzwischen überall ihre Finger im Spiel und wir beginnen uns zu fragen, wie unsere Inszenierungen vorher ohne sie überhaupt auf die Bühne gehen konnten. Fakt ist: Wir möchten unsere liebe Conny nicht mehr missen und schicken mit tränenfeuchten Augen Umarmungen und Küsse!


25.01.2018 by Pierre Stoltenfeldt

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