„Haus Herzenstod“-Fotoshooting: das Making-Of!

Mittlerweile dürfte es auch der letzte mitbekommen haben: Wer bei uns auf der Bühne stehen will, muss sich früher oder später im Portrait ablichten lassen. Der geneigte Theaterfreund will ja schließlich nicht nur wissen, was er bei der Vorstellung zu erwarten hat, sondern auch wen! Und sie sind ja alle auch wunderschön anzusehen, unsere neun Darsteller aus „Haus Herzenstod“, keine Frage. Aber wäre es nicht viel zu fad, sie genauso schön abzulichten, wie der Herrgott sie geschaffen hat? Ja, das wäre es. Viel zu langweilig, in der Tat. So leid es uns tut. Wobei – Wer vergangene Projekte und die dazugehörigen Bilder mitverfolgt hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass wir schon auch ein bisschen Spaß daran haben, unsere Schauspieler zu quälen. Ob Würmer und Maden im Gesicht oder folterähnliches Unterwassershooting, zimperlich darf man bei uns nicht sein, geht halt nicht, aber die Ergebnisse konnten sich bis jetzt noch immer gut sehen lassen, also wollen wir hier keine Vorwürfe hören!

Blass vor Vorfreude: Lars Dettmer

Gut, zurück zu dem schönen Aussehen… Dass das so nicht bleiben konnte, war ziemlich schnell allen Verantwortlichen klar. Würde auch nicht zum Stück passen, werdet ihr noch merken. Aber was passt zu einem Stück, das sich vielleicht am besten als überdreht, leidenschaftlich und verzweifelt beschreiben lässt? Am besten etwas, das genauso überdreht ist! Skurril! Fantastisch! Viel Farbe! Und definitiv nicht schön! Ideen gab es viele, aber wo anfangen? Wir wollten viel auf ein einziges Foto packen, gar nicht mal so einfach. Und dann kam der rettende Gedanke, ein Portrait im klassischen Stil (ihr wisst schon, wie die großen Maler von damals, die Kaiser und so portraitiert haben) ein wenig, sagen wir, zu verunstalten. Was wir dazu brauchten? Einen schönen Hintergrund, einen edlen Rahmen, sehr viel bunte (!) Schminke und Nylonfaden. Wer die Bilder schon gesehen hat, kann sich wohl vorstellen, wofür der genutzt wurde…

Lügen, die man Schauspielern auftischt: „Uns tut das genauso weh wie dir“

Unsere lieben Darsteller hatten natürlich nicht den blassesten Schimmer, was wir mit ihnen vorhatten (wir sind ja nicht bescheuert) und kamen deshalb alle noch recht gut gelaunt im WKH an (jaja, keine sehr klassische Fotolocation, aber wir haben umdekoriert). Da hatten wir, den Helfern sei Dank, schon alles vorbereitet und die erste Darstellerin (Julie Tiepermann) durfte sich als Versuchskaninchen in die Maske wagen. Das ging dann auch recht fix, aber der spannende Teil kam ja erst noch. Zeit zum Abbinden!

Nylonfaden im Gesicht ist tatsächlich gar nicht mal so angenehm, vor allem nicht, wenn er kreuz und quer durch das hübsche Antlitz gespannt wird mit dem Ziel, dieses so weit wie nur irgendwie möglich von seiner ursprünglichen Form zu entfremden. Das Ohr ist abgeknickt? Stell dich nicht so an! Du kannst ein Auge nicht mehr aufmachen? Du musst ja jetzt auch nicht viel sehen! Einfach nur durchhalten hieß es, bis das perfekte Foto geschossen war.

Erhält ein leichtes Tagesmakeup: Andrés Garcia Diaz

Da das nicht immer auf Anhieb der Fall war (obwohl natürlich alle trotz entstelltem Gesicht ganz entzückend fotogen sind), schnitt sich der Faden schonmal eine ganze Weile ins Gesicht. Macht uns keine Vorwürfe, manch schmerzverzerrtes Gesicht ergibt die gelungenste Aufnahme! (Und nein, das war auf keinen Fall beabsichtigt. Naja, gut, vielleicht ein bisschen…) Bevor jetzt Amnesty International auf der Matte steht: Alle Darsteller wurden auch sofort, wenn das Foto im Kasten war, mit der Schere von ihren Fäden befreit und liefen nur noch wenige Tage mit den Abdrücken im Gesicht herum.

Und schaut euch die Fotos an: Sind sie nicht jede unangenehme Sekunde wert gewesen? Trotzdem sind wir unseren Darstellern natürlich dankbar, dass sie uns jetzt nicht hassen (oder?) und alles so gut mitgemacht haben. Außerdem, bevor es noch vergessen wird, geht ein großer Dank auch raus an Bernd Dreseler, der sich wieder Zeit für uns genommen hat und diese Fotos mit so viel Liebe fürs Detail geschossen hat, dass wir ihn am liebsten für all unsere Instagram-Accounts engagieren würden.

Gelungenes Shooting, gelungene Fotos! Seid gespannt was uns noch alles gelingt.


30.12.2017 by Alina Schäfer 

 

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