Der Widerspenstigen Zähmung

frei nach William Shakespeare

Zaehmung_Website„Ich werde dich heiraten, ob du nun willst oder nicht!“ Mit diesem Kampfschrei stürzt sich Petruchio in das Schlachtfeld zu Padua. Signora Minola hat das Gebot erlassen, dass niemand ihre Tochter Bianca heiraten darf, bevor nicht ein Bräutigam für die ältere Katharina gefunden wurde. Katharina gilt aber als unvermählbarer Männerschreck, weswegen die Verehrer Biancas kurzerhand Petruchio engagieren, um dieses Problem zu lösen. Denn Liebe ist Krieg und in dem ist ja bekanntlich alles erlaubt.
Es wird heiß, wenn die Schauspieler ein Liebesspiel treiben, bei dem Ohrfeigen wie Küsse fliegen.

Am 8. Juli um 19 Uhr zeigt die Theatergruppe tollMut William Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ am Musikpavillon im Garten des Oberen Schlosses von Siegen.
Weitere Aufführungen sind am 9., 10., 13. und 14. Juli 2015, ebenfalls um 19 Uhr. Freie Platzwahl. Dauer: ≈ 110 Minuten

Besetzung

© Fotos: Bernd Dreseler
Bearbeitung: Pierre Stoltenfeldt

Signora Minola / Grumio – Valerie Linke
Katharina Minola – Julia Franzkoch
Bianca Minola / Nonne – Katharina Heinrich
Petruchio/Sly – David Heidemann
Tranio – Anna Gustmann
Lucentio – Tim Lechthaler
Hortensio / Vincentio – Timo Ziomkowski
Gremio / Witwe – Samara Hauke

Regie: David Penndorf
Assistenz: Tim Lechthaler
Ausstattung: Laura von der Heyde und Jule Samartino
Bühne und Requisiten: Johannes Bade

Impressionen

© Fotos: Bernd Dreseler

Reaktionen

Siegener Zeitung vom 09. Juli 2015: „Shakespeare in Neonfarben im Park“

Literalisten vom 09. Juli 2015: „Fifty Shades of Shakespeare“

2 thoughts on “Der Widerspenstigen Zähmung

  1. Gratuliere zu einer sehr soliden und gelungenen Darbietung!

    „Die Zähmung“ zu inszenieren, ist ja schon ein riskantes Unterfangen, heutzutage, wo jeder irgendeine Meinung zur Rolle der Frau in der Gesellschaft hat, keiner ihre Unterwerfung laut fordert, aber ein Film und das zugehörige Buch, in dem ihre Unterwerfung in fünfzig Grauschattierungen verhandelt wird, vor allem von Frauen gefeiert wird, während andere Frauen deswegen auf die Barrikaden gehen. Gerade in universitären Kreisen, und mit einem vordergründig universitären Publikum musstet ihr rechnen, gibt es da klare Standpunkte.
    Ich finde mutig, dass ihr euch dieser Aufgabe angenommen habt, und eure Lösung gelungen, wenngleich ich auch mit mir hadere, ob die Interpretation nicht hätte deutlicher ausfallen können (oder sollen). Ich habe durchaus wahrgenommen, dass die Unterwerfung Katharinas am Ende eine Gespielte war, ich habe das Zwinkern gesehen und Juli Franzkoch als Katharina ist natürlich auch eine facettenreiche Darstellerin, der es gelingt, sich mit ihrem Tonfall vom Gesagten zu distanzieren und Zweifel aufkommen zu lassen, ob das alles wirklich so gemeint ist, wie es gesagt wird. So schwebt am Ende die Frage über der Inszenierung, welcher der Eheleute denn nun gezähmt wurde. Liebe steht dann für ein Aufeinanderzugehen, eine wechselseitige Zähmung, wenn man so will, und das ist ja ein schöner Gedanke, einer, den zu inszenieren sich lohnt. Die Offenheit der Darstellung, das Subtile,mit dem dieser Gedanke bei euch vermittelt wird, gefällt mir prinzipiell und ich hasse nichts so sehr wie Inszenierungen, de ihre Moral mit einem zentnerschweren Holzzeigefinger in die Köpfe der tumbsten Zuschauer eintrichtern, damit am Ende auch jeder einen Reim bilden kann, der „Und die Moral von der Geschicht“ beginnt. Dennoch ist mir aufgefallen, dass gegen Ende der Aufführung die Lacher auf Seiten des Publikums etwas verhaltener wurden, da – so erkläre ich mir das – eine große Unsicherheit aufgekommen war, ob diese kampferprobte Katharina gebrochen wurde, oder was ihr braves Verhalten zu bedeuten habe. Womöglich wäre eine weitere Szene zwischen den Eheleuten, die das Sichaufeinanderzubewegen verdeutlicht hätte, hilfreich gewesen, um Interpretationen auszuschließen, die Propaganda von der Unterwerfung des Weibs ausschließen. Wie gesagt, hadere da noch mit mir und bin noch zu keinem abschließenden Urteil gekommen. Immerhin habt ihr’s geschafft, dass ich nachdenke, und das kann man nun wirklich nicht von vielen Inszenierungen behaupten. Danke dafür!

    Darüber hinaus finde ich die Leistung des gesamten Ensembles und des Teams drumherum sehr harmonisch. Schön, zu sehen, dass in dieser kurzen Zeit eine Einheit aus euch geworden ist. Die Inszenierung ist in sich stimmig – die grellen Neonfarben passen herrlich zur überzogenen Darstellung mit viel Tempo und irrer Musik und euer gut aufeinander abgestimmtes Timing sorgt dafür, dass ihr die Lacher auf eurer Seite habt. Petruchio hat mir nicht nur nackt gut gefallen (das spricht immer für männliche Darsteller) – herrliche Präsenz, die sofort für Energie und Tempo auf der Bühne sorgt, was ansteckt. Vielleicht hätte diese große Energie in den wenigen leisen Momenten gerade im Zusammenspiel der Eheleute etwas weichen dürfen, um der Figur des „spanischen Edelmanns“ noch eine Facette mehr zu liefern, aber das ist Haarspalterei. Wünsche mir mehr Nacktszenen.
    Juli Franzkochs Gesichtsausdrücke verdienen ein eigenes Stück, zu Valerie Linke kann man eigentlich nichts mehr sagen, was nicht schon irgendeiner im Valerie Linke Fanclub mit grellgelber Farbe an Hauswünde gesprüht hätte. Herausragend und geradezu verzaubernd fand ich Katharina Heinrich, der es gelungen ist, in einem grellen Wirrwarr kreischend-überzeichneter Figuren eine Bianca zu entwerfen, die durch Eleganz und Präsenz zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen ließ, warum alle Welt um diese Dame freit. Sehr gute, sehr feinsinnige Dosierung von Gestik, Mimik und Stimme. Schön auch, dass man in der Hochzeitsszene, in der sie die trauende Nonne mimt, noch eine weitere Facette der darstellerischen Qualität sehen durfte. Bin gespannt auf deine nächsten Auftritte!
    Lieber Herr Penndorf, ich gratuliere zu deiner Mammutleistung. Ich weiß, wie wenig Zeit nach „Heimatabend“ zur Verfügung stand, und was du in dieser Zeit alles geleistet hast. Auf der Bühne steht ein fertiges Stück und ein Gutes obendrein. Kann nicht oft genug dazu gratulieren, auf übertriebenen Dekor und Requisitenmassen zu verzichten und stattdessen Raum für die Leistungen der Darsteller zu gewähren.

    Als nächstes Stück dann „Die Möwe“, bitte.

    Bitte.

    BITTE.

  2. Hallo ihr lieben Darsteller, ich bin das erste mal mit einigen Dellerleckern aus Dillenburg mit gefahren und habe es bei weitem nicht bereut. Mich hat es völlig begeistert in was für einem Tempo ihr dieses Stück dargeboten habt. Die textliche Mischung zwischen heute und früher einfach genau richtig. Die Musikeinspieler, Hammer. Den Zuschauer mit Schauspielleistung zu überzeugen ohne viel Schnick Schnack (Bühnenbild, Requisiten, evt. sogar Pferde) auf der Bühne was nur ablenken soll einfach Klasse. Am Anfang habe ich versucht irgend jemanden heraus zu filtern aber es ist mir nicht gelungen, da ihr ALLE echt klasse wart. Selbst wenn ich meine Aufmerksamkeit auf die Schauspieler gelegt habe die mal nicht im Fokus standen, habe ich keinen Schlendrian entdeckt dafür „Hut ab“.
    Ich wollte mir das Stück unbedingt nochmal angucken, schaffe es aber leider nicht.
    Das einzige was manchmal gestört hat, dafür könnt ihr aber nichts, war, dass ich manchmal nichts gehört habe, wenn z.B. rechts miteinander gesprochen wurde da ich links gesessen habe ( von der Zuschauer Seite aus gesehen). Aber wie gesagt, das lag eher an der Lokation und am Wind.
    Ich freue mich schon tierisch auf den nächsten Abend den ihr mir versüßt.
    Vielen Lieben Gruß aus Dillenburg
    Mario

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